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Erlebnisse aus Deutschland und der großen, weiten Welt












Tsumeb-Rundu. Von einem verschlafenen Bergbaustädtchen in die zweitgrößte Stadt Namibias, und überhaupt mal in den Teil des Landes, wo nennenswert Menschen pro Quadratkilometer leben.
Wie man schon aus der Kartenansicht ahnen kann, eher unspektakuläre Strecke. Mit Ausnahme des Hoba-Meteoriten, der am Weg rumliegt und Dinge tut, wie zB cool bleiben (mangelnde Wärmeaufnahme) und Stimmen verstärken (wenn man darauf richtig steht). Been there, photographed that:



Längere Anfahrt ale geplant, Stopover in Otjivarongo um Krokodile zu essen und sich von örtlicher Polizei zurechtweisen zu lassen. In Tsaumeb hübsche Unterkunft (Rezension) und große Liebe fürs Kind. Außerdem neue Reifen, neue Bremsen, neues Öl, neue Filter, nachgestellte Lenkung und Handbremse, DIY-Kits zur Scheibenreparatur, Aufnahme von Ersatzteilen.

Erster Versuch, Bettelkinder mit Erdnüssen zu befrieden.
Exkurs:
Erstmal das spannende: Rhinoparty, ungeschnitten out of camera. Teil 1:
Teil 2:
Dann das nervige: Das da oben sind Videos vom Wasserloch des Camp Halali. Im Camp Halali wollten wir einen Tag zelten, um dann über das Camp Namutoni Etosha wieder zu verlassen. Wollten, hätte.
20 Kilometer vorm Camp Halali wurden wir auf einen Platten aufmerksam gemacht. Hinten links.
So enen Reifen kann man schnell reparieren, außer wenn man nicht darf. In Etosha gibt es große Raubkatzen, Nashörner und Elefanten. Jenseits von Camps und Toilettenzonen darf man das Auto nicht verlassen.
Tried for you: 20 km kann man auch auf Felge fahren, aber der Reifen ist danach so richtig kaputt. Blöd war halt, dass der Ersatzreifen auch nicht mehr so gut war. Wir haben das am Ende mit freundlicher Hilfe, netten Menschen, zusätzlicher Zeit und massiven Umwegen gelöst.
Selbstbestätigungsmoment des Tages: Die Augen des deutschen Kfz-Ingenieurs, der Pannenhilfe leistet, aufleuchten zu sehen, als der Drehmomentschlüssel ins Spiel kommt. Das war jeden verdammten Tag wert, den dieser Schlüssel gekostet hat.
Da sind wir nun also in Etosha, und ich kann nur warnen: It’s a Trap! Nicht der Park, der ist voller Viecher wie beworben. Nicht die Straßen, die sind okayish. Unterkunft und Essen gehen auch.
Aber wenn ihr da reinfahrt, wird euch jemand fragen, ob ihr eine Drohne dabei habt. Und mit aller Erfahrung und Lösungskompetenz, die ihr in Monaten ähnlicher Konfrontationen gesammelt habt, werdet ihr antworten „Ja, klar, aber die liegt irgendwo ganz hinten ganz unten, und wir wissen ja, dass sie hier verboten sind, und wir fassen sie bestimmt nicht an.“
Und dann wird euer Gesprächspartner sagen „Die Drohne bleibt hier“, und ihr werdet denken „hä?“, und ihr werdet euch Lösungen ausdenken, die mit verplombten Koffern, mit 100km zur Poststation zurückfahren und ein Paket an euch selbst schicken, mit Lüge und Korruption zu tun haben, und ihr werdet jammern und argumentieren, dass ihr aber den Park an einem anderen Gate verlassen wollt und bitten, die Drohne wenigstens an euren Wunschausgang zu expedieren, aber die Antwort wird immer nur sein „Die Drohne bleibt hier.“
Und dann werdet ihr euch fügen und eure Reisepläne über den Haufen werfen und eure Drohne abgeben und einen furchtbar langen und furchtbar bürokratischen Vorgang durchstehen.
Und dann werdet ihr die Beschlagnahmequittung für eure Drohne kriegen und den ganzen Stress verstehen.

Tagesausflug zum Waterberg. Wandern, Natur, Sightseeing, spektakuläre Bergansichten, völlig falsches Schuhwerk. Kurzes wegignorieren des Wegweisers zu den deutschen Kriegsgräbern, bei denen wohl auch eine Plakette zum Gedenken an den unbekannten Herero zu finden sein soll. Schlacht, Krieg, Völkermord, wir schrecken davor zurück, das dem Kind zu erklären. Irgendwann wird man das nachliefern müssen.
Werkstatttage in Windhuk. Die Diesellecks sind zwar dicht, dafür überholt man mit diesem Auto niemanden mehr. Alles etwas knifflig, weil sich nach dem 1. Mai und dem Wochenende in Namibia der Cassinga Day anschließt, an dem auch in kaum einer Werkstatt jemand arbeitet.

Auftritt Danie von Sowden Vehicle Repairs, der sich mit unserem Auto, Stethoskop und Endoskop für einen Tag zurückzieht, um zu hören, ob der Turbolader krank ist, und wenn nicht, was dann. Kudos. Wenn ihr in Windhuk einen kaputten Toyota habt, geht zu Danie, dem Hilux-Flüsterer. Danke auf diesem Weg.
Danach Stopover bei City Windscreens, um für sehr kleines Geld innerhalb von drei Stunden eine neue Windschutzscheibe einsetzen zu lassen (hört nicht auf die Google-Navigation, fahrt den Laden über die Independence Avenue an, da in den Hinterhof). Danke auf diesem Weg.
Dann endlich wieder auf dem Weg nach Otjiwarongo. Zwischendrin noch von einer Tankstellenfachangestellten ausgeschimpft worden, weil wir auf der tatsächlich sehr gut asphaltierten Straße immer noch mit dem Schotterpisten-Reifendruck unterwegs waren. Danke auf diesem Weg.
Danke auf diesem Weg auch an das Team des Hotel Uhland, das mit großer Gelassenheit und Konzilianz unser Fahren-wir-heute-oder-brauchen-wir-das-Zimmer-länger begleitet hat. Um es mit dem Namensgeber zu sagen:
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiss nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
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