
Das Scheibenreparaturset will man ja auch nicht umsonst gekauft haben.
Erlebnisse aus Deutschland und der großen, weiten Welt

Das Scheibenreparaturset will man ja auch nicht umsonst gekauft haben.

Ein Besuch bei Toyota Masvingo hat ergeben, dass ein zugesauter Dieselfilter die wahrscheinliche Ursache für die gestrige Fahrtunterbrechung war. Getauscht. Gleichzeitig wider Erwarten keine Notwendigkeit für erneutes Wheel Alignment gesehen.
Heute sind wir über die Birchenough Bridge gefahren. Das war an sich eher unspektakulär, wie man sieht.
Spektakulär wurde es, als wir nach der Brücke angehalten haben, um beim Kind Fieber zu messen. Denn erstens war das Fieber behandlungsbedürftig, und zweitens wollte das Auto danach nicht weiter. Der Anlasser hat müde gehustet, das Batterie-Starterkit versagt. Kurze Konsultation mit dem nie weit entfernten Autoexperten wies auf Batterieprobleme und Austauschbedarf hin, Anschieben hat es dann aber auch getan.
In den jüngsten Tagen war hier ein bißchen viel die Rede von Autokrankheiten. Das kann den Eindruck erwecken, wir wären vom Pech verfolgt. Der wäre falsch. Autokrankheiten sind eine Wahrscheinlichkeitsfrage, und damit in der Risikoplanung eingepreist. Wir haben bei der Modellwahl auf Ersatzteil- und Kompetenzverfügbarkeit geachtet, sind auf verschiedene Szenarien vorbereitet und haben Kram an Bord, um den wahrscheinlichsten Dingen zu begegnen. Lasst uns das vielleicht mal durchgehen.

Links unten in der Ecke seht ihr eine Auswahl an Schrauben und Unterlegscheiben. Die hat sich so angesammelt und wird rege genutzt. Im Uhrzeigersinn darüber zwei Universalsteine. Man kann das Auto damit aufbocken, gegen wegrollen sichern, man kann darauf kochen oder sie als Traktionshilfe nutzen. Gold.
Dahinter ein hydraulischer Wagenheber (das vielleicht meistgenutzte Teil auf dieser Reise, jeder Mechaniker sagt erstmal „lets jack it up“ und keiner hat einen eigenen Wagenheber), gefolgt von einer Universalschere (Kabelbinder, Schnüre, Drähte, Kabel, Duct-Tape).
Riegel im Bild, Reifenhebel, zwei kurze, zwei lange. Wenn man tatsächlich einen Reifen neu aufziehen muss, sind die, was beim Fahrradreifen die Löffel sind. Je länger, desto Hebel. Rechts daneben oben eine Rohrzange, unten ein improvisiertes Sammelsurium an Schraubenziehern.
Rechts neben der Rohrzange ein Hammer, ein Multitool mit Schraubbits und Ölkreide, um Dinge zu markieren. Darüber Motoröl und Bremsflüssigkeit, weil es bei beiden blöd ist, ohne Reserve dazustehen, wenn man irgendwo ein Leck entdeckt. Been there. Darunter Reifenflickset plus Seitenschneider.
Rechts oben geht es weiter mit improvisierten Verbindungen (Duct Tape, Kabelbilder verschiedener Größen), einem Besen und einer Akku-Flex, die in der Rückschau etwas übergeigt wirkt. Andererseits kam beim Wechsel der Koppelstangen schon eine Flex zum Einsatz, und das hätte ja auch irgendwo auf der Strecke sein können.
Darunter Elektrik: Ein Multimeter und diverse Sicherungen. Daneben Kleinkram, nochmal Reifenreparatur und ein Steinschlag-Soforthilfe-Set für die Frontscheibe.



Satz Schraubenschlüssel schadet nie, ebensowenig Starthilfekabel. Hier noch mit Powerbank, falls gerade niemand sonst da ist, der Starthilfe geben könnte. Und dann gibt es noch den Mitarbeider des Monats, das Arbeitstier, das zweite vielleicht meistgenutzte Werkzeug dieser Reise: Der Drehmomentschlüssel für die Radmuttern. Ein simples Radkreuz würde es auch tun, aber das Leuchten in den Augen aller Auto-Aficionados, von Bush-Mechanic bis Entwicklungsingenieur im Urlaub, ist den Drehmomentschlüssel wert.








Längere Anfahrt ale geplant, Stopover in Otjivarongo um Krokodile zu essen und sich von örtlicher Polizei zurechtweisen zu lassen. In Tsaumeb hübsche Unterkunft (Rezension) und große Liebe fürs Kind. Außerdem neue Reifen, neue Bremsen, neues Öl, neue Filter, nachgestellte Lenkung und Handbremse, DIY-Kits zur Scheibenreparatur, Aufnahme von Ersatzteilen.

Erster Versuch, Bettelkinder mit Erdnüssen zu befrieden.
Exkurs:
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