Erlebnisse aus Deutschland und der großen, weiten Welt

Kategorie: Auto

Tracklog 17. April 2026 // Keetmanshoop

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Nur eine eher kurze Tagesetappe, um uns in die Nähe einer Toyota-Werkstatt zu bringen. Upington hatten wir ja mit der Diagnose „Crank seal leak“ und der Einschätzung, ein paar hundert Kilomater könne der Wagen schon noch fahren, verlassen. Toyota Keetmanshoop hatte im Vorfeld telefonisch kundgetan „crank seals“ vorrätig zu haben.

Was wir nicht besprochen hatten, war die Zeitschiene. So ein Crank Seal auszutauschen, braucht halt gute fünf Stunden und ist kein Freitagnachmittagsjob, abgesehen davon, fdass das Problem hier eher in einem böhmischen Dorf namens „camshaft seal tapped cover gasket“ gesehen wird.

Mit genug Öl, so auch hier aber die tröstliche Meinung, schaffen wir es bestimmt heil nach Lüderitz.

Tracklog 14. April 2026

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Unvollständiges Tracklog. Die letzten Kilometer sind einem SIM-Kartenwechsel zum Opfer gefallen, wir sind noch weitergefahren bis zum Namgate Guesthouse in Grünau, und das war auch gut so, denn hier schläft und isst man ganz hervorragend.

Das Highlight des Tages war aber trotzdem der Grenzübertritt nach Namibia. Dafür brauchen Deutsche nämlich ein Visum und wir hatten keins. Visa on arrival können ausgestellt werden, aber nicht an jedem Grenzposten, und zu unserem, Ariamsvlei, gab es widerstreitende Angaben.

Auf der sicheren Seite wären wir mit einem e-Visum gewesen, das hätte aber für uns alle zwischen 400 und 600 EUR gekostet, der Großteil davon Bearbeitungsgebühren. Wir habens also ohne versucht und gewonnen, sind mit knapp 160 EUR Visakosten durchgekommen.

Was wir außerdem losgeworden sind, waren Grillfleisch, Bacon und Eier aus dem Kühlschrank – Namibia ist Maul- und Klauenseuchenfrei und möchte das bleiben. Was roh war, musste weggeworden werden, gegartes durften wir noch essen.

Tracklog 12. April 2026 // Augrabies

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Eigentlich sind wir ja auf dem direkten Weg nach Namibia. An Augrabies waren wir allerdings so nah dran, dass wir uns der Gravitation nicht entziehen konnten (Dank an Rolf für den Hinweis). Tagesausflug zu den Fällen also. Grandios.

Danach waren wir noch kurz im Nationalpark unterwegs und haben und Giraffen und Schildkröten angeguckt. Auch auf 4×4-Strecken und mit Wasserquerungen. Das war spannend, Video folgt.

Blöd war, dass wir aus dem Nationalparkswegenetz wieder rausgekommen sind und das linke Vorderrad einen ganz komischen Winkel hatte. Entsprechend hat die Lenkung massiv nach rechts gezogen. Großes Pow-Wow über verschiedene Social-Media-Gruppen, diverse Konsultationen und Erwägungen, schließlich die Entscheidung: So fahren wir das Auto nicht 130 km nach Upington zurück.

Also auf den letzten Drücker ein Chalet im Nationalpark gebucht. Knapp den Ladenschluss des Souveniershops verpasst, daher keine Zahnbürsten verfügbar. Wechselkleidung ohnehin bourgeois. Resataurant immerhin noch geöffnet, also Wildpastete zum Abendessen. Und Kalahari-Pinotage.

Zwischendrin hat wohl jemand was gesagt von wegen man kenne einen Mechaniker, und alle fanden es eine gute Idee, am nächsten Morgen mit dem zu reden. Nach dem Abendessen kamm dann der Ranger-on-duty an den Tisch und erklärte, der Mechaniker arbeite seit geraumer Zeit am Auto und würde sich so langsam gern abstimmen. Also Abstimmung am Gate. Organisation eines Kurierdienstes für Zimmerschlüssel. Alles sehr anstrengend, aber auch: Dass eine Übernachtungsmöglichkeit, ein Restaurant und ein Mechaniker bereitstehen, wenn es einen Plan verhagelt, ist schon großer Luxus.

Tracklog 28. März 2026

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„Es mag nicht die komfortabelste Straße sein, aber sie ist entschieden spektakulär“ (A., etwa bei Stunde 7 oder 8)

Lekker Bakkie

Seit einer Woche sind wir mit eigenem Auto mobil. Der ursprüngliche Plan war ja, in Kapstadt ein Auto zu kaufen und es an irgendeinem hypothetischen Endpunkt der Reise wieder loszuwerden. Es gibt überall Gebrauchtwagenmärkte, sogar eine kenianische Kirchengemeinde hat über informelle Kontakte Interesse geäußert. Do not try this at home. Anmeldung, Zulassung, Versicherung und Zoll sind die Pest in Tüten, und beim Wiederverkauf zB in Kenia hätten wir wohl gegen alle Autoimportregelungen verstoßen, die das Land so hat. Vermutlich wäre es billiger geworden, die Karre irgendwo am Straßenrand anzuzünden als sie zu verkaufen und alle fälligen Zölle, Bußgelder und Gebühren zu bezahlen.

Gerettet hat uns der Service von African Overlanders (die für diesen Beitrag übrigens nicht bezahlt haben und auch nicht darum gebeten wurden). Das Geschäft geht so: Man kauft für runde 8000€ ein geländegängiges, DEKRA-zertifiziertes Auto, komplett mit Dachzelt, Kompressor, Kühlschrank, Tisch, Faltstühlen, rudimentärer Küchenausstattung usw.. Dann fährt man eine Weile damit rum und ist für Wartung und Reparaturen selbst verantwortlich, und am Ende verkauft man es zum Einstandspreis zurück. Abgezogen wird alles, was man kaputtgemacht hat, die Kosten für ein neues Dekra-Zertifikat und eine Nutzungsgebühr von 950€/Monat.

Das haben wir also gemacht, und jetzt haben wir einen Toyota Hilux mit Doppelkabine, 3-Liter-Dieselmotor, Erstzulassung 2012, knapp 200000 Kilometern auf dem Buckel und entsprechenden Krankheiten.

Rechts hinten gibt es gar keinen Sicherheitsgurt, und der Fensterheber geht da auch nicht, weil der funktionierende Schalter nach vorne links umgesetzt wurde. Die Klimaanlage ist eine Diva und kühlt trotz Neubefüllung mit Kühlmittel nur nach gutem Zureden. Wir haben die Wahl zwischen Hinterradantrieb und Gelände-Allrad, Straßen-Allrad spricht nicht an. Das Soundsystem erkennt nur 256 Tracks auf dem USB-Stick. Die Handbremse könnte fester sein.

Trotzdem ist das ein unglaublich guter Deal. Reifen, Getriebe, Spurstangenköpfe und aller mögliche Verschleißkram (Riemen, Schläuche, Filter) sind neu, der Wagen fährt zuverlässig, und in den drei, vier Monaten, die wir vor der Reise mit Beobachtung des südafrikanischen Gebrauchtwagenmarkts verbracht haben, ist uns nicht ein einziges Mal ein Hilux für unter 10000 Euro begegnet – völlig unabhängig vom Zustand.

Ein bißchen was an Ausrüstung haben wir noch ergänzt (Reserveschlüssel, Hammer, Brecheisen, Gurtschneider, Akkuflex, Sandbleche, Drehmomentschlüssel, CB-Funk, Batteriestarter, Powerflares, Vorratskisten), und jetzt sind wir sehr zufrieden unterwegs, bisher auch ohne die eigens eingerichtete Suppoort-Chatgruppe anschreiben zu müssen.

Nach Meinung von Duncan und Danie von African Overlanders heißt das Auto übrigens „Zazu“, wir schwanken noch, ob uns „Rosinante“ nicht besser gefällt. Das Afrikaanssprachige Publikum hier hat seine Entscheidung indessen getroffen: Das ist ein „Lekker Bakkie“.

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