Erlebnisse aus Deutschland und der großen, weiten Welt

Kategorie: Auto (Seite 1 von 3)

Autokrankheiten: Dieselfilter

Ein Besuch bei Toyota Masvingo hat ergeben, dass ein zugesauter Dieselfilter die wahrscheinliche Ursache für die gestrige Fahrtunterbrechung war. Getauscht. Gleichzeitig wider Erwarten keine Notwendigkeit für erneutes Wheel Alignment gesehen.

Autokrankheiten: Checkup

Eins unserer Bremslichter war kaputt, und nach wie vor kommen vom linken Vorderrad manchmal komische Geräusche. Nach viel Staub und Schlaglöchern in Sambia fanden wir, ein bißchen Schmiere könne auch nicht schaden. Also das Auto zum Checkup abgegeben. Sehr gewaschen und innengereinigt zurückgekriegt, mit neu gestellter Uhr und zwei Gratisflaschen Wasser. Wir betrachten die 150 US$ Werkstattkosten (wofür man zB in Botswana ein Radlager und in Südafrika einen komplett neuen Satz Bremsklötze eingebaut kriegt, incl. Material) mal als gut angelegt für das Gefühl, dass aktuell wirklich alles in Ordnung ist.

Police Warnings

Foto: https://unsplash.com/de/@maxfleischmann

Du spulst keine zwanzigtausend Kilometer ab, ohne Ärger zu kriegen. Wir auch nicht. Allerdings hält sich der Ärger bisher in Grenzen.

Ärger eins war in Otjiwarongo und ein totales Klischee: Mit Blaulicht überholt, „do you know why i stopped you?“

Es ging um Stoppschilder. Niemand beachtet Stoppschilder. Ich halte für total möglich, dass auch ich ein Stoppschild nicht beachtet hab, und daher kam das Problem. Wir haben also gemeinsam das Formular ausgefüllt, ich sehr zerknirscht, was kostet das denn wohl, autsch, das ist ja echt Geld (1500N$ iirc).

Dann stellt sich heraus, dass das mit dem Bezahlen gar nicht so einfach wäre, weil

a) Streifenpolizisten nicht selbst kassieren dürfen/sollen

b) wir gerade die Stadt für immer verlassen, aber

c) alle Polizeireviere gerade sehr beschäftigt sind.

Folge: Unser Strafzettel wird umgewandelt in eine kostenfreie „Warning“

Ärger zwei war eine Geschwindigkeitskontrolle auf dem Weg nach Monze/Sambia. Da saßen Leute mit einem optischen Gerät am Straßenrand und haben uns gestoppt. Speed contol, hier ist 60, ihr wart zu schnell, kostet Geld, talk to the boss.

Ich fand mich nicht zu schnell, aber gut, 60, da ist man schnell mal drüber. Dass die Kontrolle 10 Meter vor der Änderung auf 100 stattfand, kennt man von zuhause. Also: Talk to the boss.

Erste Runde, mein Verständnis: Das würde 400 Kwacha (etwa 20€) kosten, ohne Quittung würde es auch für 200 gehen. Kurze Rücksprache am Auto, wir bleiben offiziell. Formulare werden ausgefüllt. Nein, das kann nicht direkt bezahlt werden, man muss mit dem Formular bei einem Polizeiposten vorstellig werden. Gute Reise.

Rückweg zum Auto. Blöd, aber kein Beinbruch. Wenn es schon Geld kostet, wäre doch ein Speedcontrol-Foto fürs Blog fein, oder?

Ich: Sie machen doch Fotos mit dem Ding, oder?

Oberpolizistr: Klar.

Ich: Könnte ich eins kriegen? Ich meine, ich bezahle das ja quasi…

Und jetzt, das ist der Magic-Teil, verflüssigen sich die Vorwürfe und der verantwortliche Polizeioffizier spricht eine kostenfreie Verwarnung aus, lässt sich die quittieren, und weiter geht die Reise.

Autokrankheiten: First Response

In den jüngsten Tagen war hier ein bißchen viel die Rede von Autokrankheiten. Das kann den Eindruck erwecken, wir wären vom Pech verfolgt. Der wäre falsch. Autokrankheiten sind eine Wahrscheinlichkeitsfrage, und damit in der Risikoplanung eingepreist. Wir haben bei der Modellwahl auf Ersatzteil- und Kompetenzverfügbarkeit geachtet, sind auf verschiedene Szenarien vorbereitet und haben Kram an Bord, um den wahrscheinlichsten Dingen zu begegnen. Lasst uns das vielleicht mal durchgehen.

Links unten in der Ecke seht ihr eine Auswahl an Schrauben und Unterlegscheiben. Die hat sich so angesammelt und wird rege genutzt. Im Uhrzeigersinn darüber zwei Universalsteine. Man kann das Auto damit aufbocken, gegen wegrollen sichern, man kann darauf kochen oder sie als Traktionshilfe nutzen. Gold.

Dahinter ein hydraulischer Wagenheber (das vielleicht meistgenutzte Teil auf dieser Reise, jeder Mechaniker sagt erstmal „lets jack it up“ und keiner hat einen eigenen Wagenheber), gefolgt von einer Universalschere (Kabelbinder, Schnüre, Drähte, Kabel, Duct-Tape).

Riegel im Bild, Reifenhebel, zwei kurze, zwei lange. Wenn man tatsächlich einen Reifen neu aufziehen muss, sind die, was beim Fahrradreifen die Löffel sind. Je länger, desto Hebel. Rechts daneben oben eine Rohrzange, unten ein improvisiertes Sammelsurium an Schraubenziehern.

Rechts neben der Rohrzange ein Hammer, ein Multitool mit Schraubbits und Ölkreide, um Dinge zu markieren. Darüber Motoröl und Bremsflüssigkeit, weil es bei beiden blöd ist, ohne Reserve dazustehen, wenn man irgendwo ein Leck entdeckt. Been there. Darunter Reifenflickset plus Seitenschneider.

Rechts oben geht es weiter mit improvisierten Verbindungen (Duct Tape, Kabelbilder verschiedener Größen), einem Besen und einer Akku-Flex, die in der Rückschau etwas übergeigt wirkt. Andererseits kam beim Wechsel der Koppelstangen schon eine Flex zum Einsatz, und das hätte ja auch irgendwo auf der Strecke sein können.

Darunter Elektrik: Ein Multimeter und diverse Sicherungen. Daneben Kleinkram, nochmal Reifenreparatur und ein Steinschlag-Soforthilfe-Set für die Frontscheibe.

Satz Schraubenschlüssel schadet nie, ebensowenig Starthilfekabel. Hier noch mit Powerbank, falls gerade niemand sonst da ist, der Starthilfe geben könnte. Und dann gibt es noch den Mitarbeider des Monats, das Arbeitstier, das zweite vielleicht meistgenutzte Werkzeug dieser Reise: Der Drehmomentschlüssel für die Radmuttern. Ein simples Radkreuz würde es auch tun, aber das Leuchten in den Augen aller Auto-Aficionados, von Bush-Mechanic bis Entwicklungsingenieur im Urlaub, ist den Drehmomentschlüssel wert.

Tracklog 04. Juni 2026 // Kazungula

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