Wir sind zurück am Kap. Hier schlagen wir uns noch drei dekadente Tage um die Ohren, bevor wir unser Gepäck ordnen und heimfliegen. Schön wars.
Kategorie: Südafrika (Seite 1 von 6)

Hinter Clanwilliam, Südafrika
Wir waren in Wupperthal. Das war nett, eindrucksvolle Berge, prachtvolle Blütenteppiche, sehr befahrbare – wenn auch nicht immer geteerte – Straßen. Hinter Wupperthal geht der Weg weiter nach Eselbank, da gibt es einen Wasserfall, aber der kleine Mahindra kann da nicht hinfahren, Steigung, Bodenfreiheit, Grip, so Sachen. Die Frau würde jetzt anmerken wollen, dass der kleine Mahindra auf einfachen Strecken 120 fahren, am Berg überholen und mit weniger als 10 Liter Sprit auf 100 Kilometer überleben kann. Damit hat sie recht. In Eselbank waren wir nicht.


Wir sind heute nach Clanwilliam gefahren, was ein bißchen wie ein Intro für eine Braveheart-Geschichte klingt. Ganz so arg ist es dann nicht geworden. Nur hatten wir ja die Strecke auf dem Weg nach Springbok schon gesehen und dachten, auf dem Rückweg könne man ja mal explorativer sein.
Nachdem wir den Explorationsideen von Google Maps die Straßenzustandskarten von Reise Know-How gegenübergestellt haben, blieb ein ziemlich kurzer Umweg über Vredendal. Da war dann aber eine Straß4 gesperrt, dann wurden wir auf eine Schotterpiste hingewiesen und hopplahopp waren wir ungeplant am Meer, nämlich in Lamberts Bay.
Das war schön und es gab gutes Essen, und es war sehr praktisch, Lamberts Bay auf dem Weg abgehandelt zu haben, sonst hätten wir es morgen als Tagesausflug gemacht, und bei aller Liebe ist Lamberts Bay für einen Tagesausflug zu klein und zu langweilig. Zwei, drei Stunden waren schon okay.
Offensichtlich waren wir heute im Namaqualand National Park, bzw. an dessen äußerem Rand, weil alles andere 4×4 erfordert. Ebenso offensichtlich sind wir einmal um den halben Park herumgefahren, bevor wir reinkommen konnten. Das ist vermutlich auch klug so, ich trauere aber trotzdem den Offroad-Fähigkeiten unseres bisherigen Autos hinterher. Mit dem hätten wir nicht nur heute kürzere Wege gehabt, sondern auch morgen die Küstenstraße fahren können, im Gegensatz zu diesem Mahindra, der sich SUV nennt, aber eigentlich nichts kann.



Das bisherige Auto, btw, Hilux, Zazu, Rosinante, you name it, ist uns heute früh begegnet. Nicht überraschend, wir sind auf der Cape to Namibia Route, aber das Zeitfenster war klein. Die Frau hat mir verboten, hinterherzufahren und die neuen Fahrer*innen auf offener Strecke anzuhalten. Danach interessante Diskussion über die Anthropomorphisierung von Fortbewegungsmitteln. Trennungsschmerz. (Also, vom Auto jetzt. Die Frau darf sich solche Kommentare erlauben.)
Wir sind ja hier oben im Northern Cape, weil von hier der Frühling übers Land kommt. Er tut das erstens mit gutem Wetter und zweitens mit einer spektakulären Wildblütenpracht, und zwar in der Regel so um Mitte/Ende August. Deswegen war eine spannende Frage, ob wir vielleicht schon die eine oder andere Blüte vorfinden würden.
Long Story short, das blüht hier alles seit vier Wochen und ist bald schon wieder durch. Die Leute, die in der ausgebuchten „Wildblütensaison“ hier ankommen werden, kriegen wohl nicht mehr viel davon mit.



Weiterhin äußert sich der Frühling in, sagen wir, geschlechtlichen Beobachtungen. Strauße kommen ihren Trieben sehr gravitätisch nach, habe ich gelernt.
