Erlebnisse aus Deutschland und der großen, weiten Welt

Kategorie: Ausrüstung

Moskitos

Wir sind aktuell immer mal wieder einigermaßen zerstochen. Das ist völlig okay, weil im Südlichen Südafrika Mückenstiche nur nerven und jucken und sich ggf. entzünden, wenn man sie aufkratzt. Malaria, Dengue, Schlafkrankheit, alles keine Probleme hier.

Im weiteren Reiseverlauf kann das aber fies werden. Deswegen haben wir mehrstufige Schutzvorkehrungen eingerichtet:

Stufe eins ist NoBite als Hautspray. Da gibt es nicht viel auszuprobieren, DEET wirkt zuverlässig.

Stufe zwei, auch weil wir das Kind nicht die ganze Zeit in DEET baden wollen, ist vektorgeschützte Kleidung. Da sind wir bei https://www.craghoppers.com fündig geworden, die haben jetzt kein riesiges, aber ein passables Kinderprogramm – und für Erwachsene immer mal wieder die Möglichkeit, verhältnismäßig günstig Kleidung aus der Vorjahreskollektion abzugreifen, die obendrein manchmal ganz anständig aussieht.

Stufe drei sind imprägnierte Moskitonetze für die Nacht. Hier haben wir www.brettschneider.de am Start– allerdings leider nicht mit dem selbsttragenden „Vario“, das uns erstens zu wacklig, zweitens zu frickelig im Aufbau und drittens zu niedrig vorgekommen ist. Hier ist das „Expedition Bell“ dabei. Die Netze sind durchdacht geplant, gut verarbeitet und lassen sich halbwegs klein packen. Auf dem Kindernetz haben wir allerdings schon in der zweiten Nacht Mücken erschlagen, was ein bißchen Fragen nach der Wirksamkeit der Imprägnierung aufwirft.

Für die früher recht zuverlässige Imprägnierung mit Permethrin im DIY-Verfahren sind wir diesmal nicht rechtzeitig an hinreichende Mengen Permethrin gekommen, außerdem muss sie regelmäßig wiederholt werden – für kürzere Reisen würde ich sie aber wohl künftig wieder vorziehen.

Das Problem mit Moskitonetzen ist allgemein, dass sie an irgendwas hängen müssen, und bisher sind Hängepunkte rar. Wir haben Leinen dabei, um sie durch Zimmer zu spannen, Schraubhaken für Holzdecken, Karabinerhaken, Klebepads, Metallösen, doppelseitiges Klebeband, Kabelbinder und Gaffa-Tape. Bisher ist der Eindruck: Leinensysteme bringen nicht viel, aber vor allem Klebepads hätten wir mehr gebraucht. Auch die haben allerdings Nachteile: Manchmal kommt ein Stück Putz mit, wenn man sie wieder abmacht, und sie kommen an ihre Belastungsgrenze, wenn ein Fünfjähriger sich nachts in das hängende Netz einzuwickeln versucht.

Naja, und wenn das alles nicht hilft, hilft hoffentlich die Dengue-Impfung, die Malaria-Prophylaxe oder wenigstens die Standby-Medikamente.

Wir testen und berichten weiter.

Lekker Bakkie

Seit einer Woche sind wir mit eigenem Auto mobil. Der ursprüngliche Plan war ja, in Kapstadt ein Auto zu kaufen und es an irgendeinem hypothetischen Endpunkt der Reise wieder loszuwerden. Es gibt überall Gebrauchtwagenmärkte, sogar eine kenianische Kirchengemeinde hat über informelle Kontakte Interesse geäußert. Do not try this at home. Anmeldung, Zulassung, Versicherung und Zoll sind die Pest in Tüten, und beim Wiederverkauf zB in Kenia hätten wir wohl gegen alle Autoimportregelungen verstoßen, die das Land so hat. Vermutlich wäre es billiger geworden, die Karre irgendwo am Straßenrand anzuzünden als sie zu verkaufen und alle fälligen Zölle, Bußgelder und Gebühren zu bezahlen.

Gerettet hat uns der Service von African Overlanders (die für diesen Beitrag übrigens nicht bezahlt haben und auch nicht darum gebeten wurden). Das Geschäft geht so: Man kauft für runde 8000€ ein geländegängiges, DEKRA-zertifiziertes Auto, komplett mit Dachzelt, Kompressor, Kühlschrank, Tisch, Faltstühlen, rudimentärer Küchenausstattung usw.. Dann fährt man eine Weile damit rum und ist für Wartung und Reparaturen selbst verantwortlich, und am Ende verkauft man es zum Einstandspreis zurück. Abgezogen wird alles, was man kaputtgemacht hat, die Kosten für ein neues Dekra-Zertifikat und eine Nutzungsgebühr von 950€/Monat.

Das haben wir also gemacht, und jetzt haben wir einen Toyota Hilux mit Doppelkabine, 3-Liter-Dieselmotor, Erstzulassung 2012, knapp 200000 Kilometern auf dem Buckel und entsprechenden Krankheiten.

Rechts hinten gibt es gar keinen Sicherheitsgurt, und der Fensterheber geht da auch nicht, weil der funktionierende Schalter nach vorne links umgesetzt wurde. Die Klimaanlage ist eine Diva und kühlt trotz Neubefüllung mit Kühlmittel nur nach gutem Zureden. Wir haben die Wahl zwischen Hinterradantrieb und Gelände-Allrad, Straßen-Allrad spricht nicht an. Das Soundsystem erkennt nur 256 Tracks auf dem USB-Stick. Die Handbremse könnte fester sein.

Trotzdem ist das ein unglaublich guter Deal. Reifen, Getriebe, Spurstangenköpfe und aller mögliche Verschleißkram (Riemen, Schläuche, Filter) sind neu, der Wagen fährt zuverlässig, und in den drei, vier Monaten, die wir vor der Reise mit Beobachtung des südafrikanischen Gebrauchtwagenmarkts verbracht haben, ist uns nicht ein einziges Mal ein Hilux für unter 10000 Euro begegnet – völlig unabhängig vom Zustand.

Ein bißchen was an Ausrüstung haben wir noch ergänzt (Reserveschlüssel, Hammer, Brecheisen, Gurtschneider, Akkuflex, Sandbleche, Drehmomentschlüssel, CB-Funk, Batteriestarter, Powerflares, Vorratskisten), und jetzt sind wir sehr zufrieden unterwegs, bisher auch ohne die eigens eingerichtete Suppoort-Chatgruppe anschreiben zu müssen.

Nach Meinung von Duncan und Danie von African Overlanders heißt das Auto übrigens „Zazu“, wir schwanken noch, ob uns „Rosinante“ nicht besser gefällt. Das Afrikaanssprachige Publikum hier hat seine Entscheidung indessen getroffen: Das ist ein „Lekker Bakkie“.

© 2026 wegrandnotizen

Theme von Anders NorénHoch ↑