Erlebnisse aus Deutschland und der großen, weiten Welt

Kategorie: Ausprobiert (Seite 2 von 5)

Lebensmitteleinkauf

Wir kaufen auf dieser Reise zu 99% in Supermärkten ein und zu mindestens 90% in Supermarktketten.

Das hat Gründe. Offene Märkte machen dem Kind Angst, es ist voll, es ist unübersichtlich, es ist laut, Leute sprechen Fremdsprachen, Leute machen Witze (lasst ihn doch hier, ich nehm ihn gern), Leute sind betrunken und wollen sein Essen.

Außerdem Sortiment. Damit das Kind hier mitspielt, brauchen wir Industriemüsli. Und Fruchtjoghurt. Für unser Seelenheil brauchen wir außerdem Erdnussbutter, Kaffee, vernünftigen Tee, Marmelade, Rotwein und Kaugummis (Danke, Rauchentwöhnung). Das ist auf offenen Märkten selten in der Zusammenstellung zu kriegen.

Also Supermärkte, vornehmlich Ketten. In Südafrika war das noch einfach, wir sind einfach immer zum nächsten Checkers gefahren, weil Madame da die Platzierung auswendig gelernt hatte. Wenn es keinen Checkers gab, gab es Shoprite. Beides waren was man in Deutschland wohl Vollsortimenter nennt. Checkers mit etwas größerem Angebot, Shoprite aber auch kompetitiv. Für deutsche Verhältnisse: Edeka vs. Rewe. In Lesotho gab es keine Checkers mehr, und das Shoprite-Sortiment ist auf Discounter-Standard gefallen. Ähnlich in Namibia. Einkauf mit Qualitätsanspruch bei Food Lovers, ansonsten Shoprite oder kleinere Filialen von Metro, Pick&Pay, Cash&Carry usw. In Botswana dann eine massive Dominanz von Choppies, quasi der Aldi unter den Supermärkten. Überall vertreten, knappes Sortiment, Grundbedürfnisse abgedeckt. Checkers und Shoprite nur in größeren Städten. Checkers eher komfortabel, Shoprite eher Mittelklasse.

Bis hierhin auch langsamer, aber verträglicher Anstieg der Rotweinpreise. In Südafrika günstig, in Namibia und Botswana wächst das Zeug halt nicht so und kostet ein bißchen mehr.

Bruch in Sambia. Rotwein plötzlich massiv überteuert. Nicht etwa Alkohol allgemein, Bier ist billig wie nix, Spirituosen sehr bezahlbar, aber Wein kostet richtig Geld. Das wird in Simbabwe noch schlimmer. Das einzige, was man in der Peripherie unter 20US$/Flasche kriegt, ist ein dubioses „sweet red“-Gebräu. Mit Hauptstadtnähe gibt sich das, okayer Tafelwein kommt mit 7-8 US$/Flasche.

Drogen überhaupt ein Thema. Es gibt die große Tendenz, den Verkauf von Alkohol und Zigaretten (und Vapes) vom Haushaltseinkauf räumlich zu trennen. Kippen an der Kasse gab es bisher in keinem der besuchten Länder, meist aber einen speziell dafür vorgesehenen Kiosk im Eingangsbereich. Alkohol, da scheint man sich weithin einig zu sein, gehört auch ausgelagert. In der Praxis reicht das vom Bottle Store neben dem Supermarkt, in den man nicht in Kinderbegleitung darf, über shop-in-shop-Lösungen bis zum Alkoholregal im Supermarkt, ohne klar erkennbares Systen, was jetzt gerade warum für eine Linie gefahren wird. Ausnahme: In Namibia gibt es an Wochenenden und Feiertagen Alkohol ziemlich konsequent nur in der Gastro, nicht im freien Verkauf.

Fleisch auch spannend. Es gibt immer und überall Fleisch, und der Großteil davon ist nach deutschen Begriffen unglaublich schlecht. Knorpelige Würste, geschnittenes Huhn oder Rind, das seit zwei Tagen im eigenen Saft steht, insgesamt eher die unbeliebteren Cuts. Wer Hühnerfilet oder Schenkel will, kauft gefälligst Flügel mit, es gibt die Wahl zwischen 5-pieces-cut und 8-pieces-cut. Was Rind betrifft, gibt es vor allem Schmorfleisch, T-Bone, Beinscheiben usw. in einer Fleischstärke von vielleicht einen Zentimeter oder so – da ist der Kampf gegen den Schuhsohleneffekt programmiert. Viel Knochen, viel Sehne, und immer auch die preisgünstige Variante, die aus Innereien oder Hühnerfüßen besteht, gern in großen Mengen als TK-Ware.

Zurück zu den Supermarktketten: In Sambia übernimmt Shoprite plötzlich die Führung im Premium-Segment und macht die Sache richtig gut, diverses Angebot, akzeptable Preise usw. In Simbabwe ist das Alltagsangebot Pick&Pay. Top notch ist hier Spar. Da gibt es vage Abbilder von fast allem, aber die Preise können dem deutschen Supermarktkunden echt die Schuhe ausziehen, und die Produktqualität rechtfertigt das nur begrenzt. Erklärungshypothese sind bisher Importkosten.

Wahr ist aber auch: Supermarktketten sind ein Elitenprojekt. Das ist nicht, was das Gros der Bevölkerung ernährt. Im Cash&Carry-Bereich gibt es mitunter Überschneidungen, da findet man auch Komplettangebote, die mit 20 kg Reis, 5 Liter Öl, paar Kilo Zucker, paar Dosen Fleisch, Milch- und Kaffeepulver und Gemüse eine Familie über dem Monat tragen sollen. Da müssen lokale Märkte ergänzen, die sich uns nur sehr oberflächlich erschlossen haben.

Tracklog 29. Juni 2026 // Worlds View

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Invertiertes Camping

Gerade sind wir im Norden Zimbabwes, in der Mavuradonha Wilderness Area. Eigentlich war das als Berg- und Wanderetappe geplant, das wird aber hintertrieben durch ein seit Chinhoyi schmerzhaft dysfunktionales Sprunggelenk. Landschaftlich beeindruckend ist es hier trotzdem.

Wir schlafen in der Small World Eco Lodge, und das ist ein Abenteuer für sich, beginnend damit, dass das Arrangement eine Art invertiertes Camping ist: Während man beim Camping mehr oder minder unter freiem Himmel schläft und für alle Badezimmerverrichtungen Gebäude aufsucht, schläft man hier in sehr hübschen und funktionalen Gebäuden, und die Badezimmerverrichtungen sind mehr so open air. Immerhin ist es nachts draußen nicht mehr so arschkalt wie in Chinhoyi oder Harare.

Dann sind die Leute, die diesen Beherbergungsbetrieb organisieren, zwar sehr nett, aber nicht so recht auf Gäste eingestellt. Der Gemeinschaftsküche fehlt die Spüle, der Herd ist eine Feuerstelle. Feuerholz muss gehackt werden und kostet extra, fair enough. Irgendwo in einem Nebengebäude gibt es noch einen zweiflammigen Gasbrenner, den kann man auch nutzen, Gas kostet aber extra. Wäscheservice kostet extra, was völlig normal ist – aber man kann ihn nur in Anspruch nehmen, wenn man eigenes Waschmittel mitbringt. Handyempfang gibt es nicht, und Starlink ist gerade kaputt. Immerhin gibt es verhältnismäßig zuverlässig Strom. Die öffentlichen Waschräume hinter der Rezeption sind allerdings wohl schon länger nicht mehr von Menschen betreten worden, offenbar aus Gründen.

Eine Plage ganz eigener Kategorie sind die allgegenwärtigen Affen. Lebensmittel kann man keinen Augenblick unbeaufsichtigt lassen, und bei teurem oder wichtigem Bling-Bling (Portemonnaie, Handy, Kamera, Autoschlüssel) empfiehlt es sich auch nicht. Koordinierte Angriffe auf voll besetzte Tische kommen vor, gleichfalls Einbrüche in die leider nicht sonderlich affendichten Unterkünfte: Zwischen Wand und Strohdach finden sich Spalten, da können Fenster und Tür dreimal verschlossen und verriegelt sein.

Zum Glück wurden wir in den ersten Tagen unserer Reise vor Campingplatzaffen gewarnt und haben in Kapstadt günstig eine Steinschleuder zur Distanzverteidigung erstanden. Die ist dann vier Monate im Kofferraum auf Allradstrecken durchgerüttelt worden und hat pünktlich drei Tage vor dem Ersteinsatz aus Verschleißgründen aufgegeben. Narf. Ersatzweiser Einsatz von Pfefferspray hat bereits zu Kollateralschäden unter Mitreisenden geführt, auch nicht gut.

Aber die Gegend sieht wirklich toll aus, und die Lagerfeuerabende werden allseits genossen.

Tracklog 24. Juni 2026 // Tengenenge //Mavhuradonha

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Wo und was ist Tengenenge? Wikipedia kennt es, Google Maps nicht (tbd). Alte Reiseführer verweisen auf das Künstler*innendorf, in neueren fehlt es. Aktuelle Berichte zeichnen ein gemischtes Bild, irgendwie spielt da wohl die simbabwische Nationalgalerie mit, aber nichts genaues. Also fahren wir hin, eigener Eindruck und so.

Die Anfahrt ist einfach. Kurz vor dem Künstler*innendorf graben lokale Kräfte für chinesische Konzerne nach Chrom, es gibt eine sehr LKW-kompatible Piste. Am großen Beladungsparkplatz vorbei, durch das Minendorf, zweite links, immer den reichlich verblichenen Wegweisern nach. Wieder mal ein Ziel, das die besten Tage hinter sich hat?

Der Parkplatz wirkt noch so. Anfahrt durch reihenweise Skulpturen rechts und links, dann ein etwas schiefes Schild „Parking“, ein paar halbverfallene Parkbuchten. Dann tauchen Menschen auf. Stellen sich vor, fragen nach woher und wohin, zeigen, erklären, führen vor. Begleiten durch den Skulpturenpark, wo Künstler*innen über Künstler*innen ihre Werke aus dem lokalen Serpentit und Spring Stone ausstellen, erklären, erläutern, scherzen. Berichten, wer hier wohnt, wer nebenbei in der Mine arbeitet, wer eigentlich schon in der Hauptstadt sitzt und nur noch gelegentlich vorbeikommt. Welche Ausstellungsflächen wem gehören, wer noch lebt und bei wem nur noch die Familie hofft, dass sich Sammler*innen für den Nachlass interessieren.

Danke, Percy Kuta, für den Einblick in diese Welt.

Geschützt: Happy Birthday

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Autokrankheiten: Checkup

Eins unserer Bremslichter war kaputt, und nach wie vor kommen vom linken Vorderrad manchmal komische Geräusche. Nach viel Staub und Schlaglöchern in Sambia fanden wir, ein bißchen Schmiere könne auch nicht schaden. Also das Auto zum Checkup abgegeben. Sehr gewaschen und innengereinigt zurückgekriegt, mit neu gestellter Uhr und zwei Gratisflaschen Wasser. Wir betrachten die 150 US$ Werkstattkosten (wofür man zB in Botswana ein Radlager und in Südafrika einen komplett neuen Satz Bremsklötze eingebaut kriegt, incl. Material) mal als gut angelegt für das Gefühl, dass aktuell wirklich alles in Ordnung ist.

Feuerholz

Wir schlafen hier in Chinoyi in einem Haus, das auf den schönen Namen „New Life and Covenant Holidays“ hört. However. Jedenfalls gibt es einen Außenbereich mit Feuerstelle. Die Nächte sind hier tatsächlich ziemlich frisch, deshalb wollten wir die nutzen.

Wir sind in Namibia Kilometer über Kilometer an Leuten vorbeigefahren, die Feuerholz verkauften. Es gab Feuerholz in Supermärkten.

Wir sind in Botswana Kilometer über Kilometer an Leuten vorbeigefahren, die Feuerholz verkauften. Es gab manchmal Feuerholz in Supermärkten.

Wir sind in Sambia Kilometer um Kilometer an Leuten vorbeigefahren, die Holzkohle verkauften. Feuerholz in Supermärkten gab es eher sporadisch.

Wir haben hier nach Feuerholz gefragt, sind von der Unterkunft zum Markt, vom Markt zur Busstation, von der Busstation zum nächsten Markt gefahren und haben schließlich auf einem Speditionsparkplatz für 3 US$ eine Abfallpalette gekauft. Warm und offenbar sehr kindertauglich.

Tracklog 05. Juni // Chobe Game Drive & Boat Cruise

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Tracklog 29. Mai 2026 // Moremi (Wasser)

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Tracklog 28. Mai 2026 // Moremi (Luft)

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