Erlebnisse aus Deutschland und der großen, weiten Welt

Monat: Mai 2026 (Seite 3 von 3)

Monatsrückblick April

Großzügig gerechnet haben wir den zweiten Reisemonat hinter uns, sind mit den gröbsten Startproblemen umgegangen und haben die wesentlichen Routinen etabliert. Dabei sind auch einige Erkenntnisse herausgekommen, was für eine Art Reise das hier sein wird, und warum.

Fangen wir mal beim Warum an: Kind und Auto. Beide halten uns entweder aktiv von der Anbahnung sozialer Kontakte fern oder reduzieren zumindest ihre Notwendigkeit. Das Auto ermöglicht Punkt-zu-Punkt-Bewegungen im eigenen Rhythmus, ohne sich darüber mit externen Leuten austauschen oder Knotenpunkte wie Ticket-Offices, Busbahnhöfe, Bahnhöfe oder Minitaxistände besuchen zu müssen. Gleichzeitig ist es in unregelmäßigen Abständen kaputt. Das Kind wiederum hintertreibt jedes Treffen, bei dem man ansatzweise seriös wirken will und jede Informationsaufnahme, die länger als fünf Minuten dauert und in einer anderen Sprache als Deutsch stattfindet. Außerdem muss es früh ins Bett, ab da sind wir stationär. Daneben gibt es natürlich noch einiges an gesundheits- und sicherheitsrelevanten Überlegungen, die mit Kind verschärft gelten.

Das reduziert unseren Erlebnisraum weitgehend auf Naturschauspiele und die Betrachtung historischer Artefakte. Mit denen muss man sich nicht verabreden und hat auch sonst wenig Koordinationsaufwand, die sind vorhersehbar eh da. Sprachprobleme gibt es auch nicht.

Das alles führt natürlich zu einem unerfreulichen Disconnect zwischen Reisenden und Bereisten, insbesondere mit Blick auf Erwartungen, die auf früheren Reiseerfahrungen beruhten und intensiven persönlichen Austausch sowie eine gewisse Verfolgung aktueller politischer und gesellschaftlicher Debatten im Reiseland vorsahen. Das findet hier nicht statt, wenn Sie sowas suchen, lesen Sie besser woanders.

Nicht nur das: Planung, Vorbereitung, Nachbereitung, begleitende Lektüre – forget about. Wir haben hier eine grobe Liste und ganz viel „könnte man auch“, und am Ende kommen halt Ergebnisse und Erlebnisse dabei raus oder es ist eben ein Nachmittag am Pool wichtiger (oder das Auto kaputt). Wer mit Fünfjährigen reist, muss gemeinsam mit Fünfjährigen planen.

Was wir hier lernen, hängt viel mit internen Dynamiken zusammen, mit situativen Ereignissen, und mit Erkenntnissen, die vorher niemand von uns auf dem Schirm hatte, wie etwa der Bedeutung von Pferden für die allgemeine Mobilität in Lesotho.

Das immerhin ist aber oft spannend. Bleibt gern dabei, wenn ihr wissen wollt, was uns noch begegnet.

Gegessen im April

Oft kochen wir selbst, hin und wieder essen wir auswärts. Hier erfahrt ihr, wie es war. Das Bewertungssystem:

Bewertet wird der Gesamteindruck aus Küche, Service, Ort und Atmosphäre. Zur Auswahl stehen:

***** herausragend, dafür lohnt sich eine weite Anfahrt

**** überdurchschnittlich, man erzählt noch lange gern davon

*** erwartbarer Standard, man ist danach satt und zufrieden

** unambitioniert, geht man nicht mehr hin

* gesundheitsgefährdend,die Weltöffentlichkeit muss gewarnt werden

Im April haben wir spektakulär gut gegessen, nämlich

 

Tracklog 30. April 2026 // Spitzkoppe

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Bisschen wandern, war der Plan. Das Kind ein bisschen klettern lassen. Hübsche Berge fotografieren. Zum Beispiel die Spitzkoppe. Schöner Plan. Nur dass es auf dem Weg irgendwann ziemlich nach Diesel gerochen hatr. Und dann hat das Auto ein bißchen gehustet. Und dann ist es ausgegangen und stehengeblieben und hat sich nicht mehr gerührt. Das war hier. Das praktische an touristisch interessanten Routen in Namibia ist, dass relativ bald jemand vergleichsweise hochmoririsiertes vorbeikommt, und so dauerte es nicht lange, bis wir von Co-Touristen zum nächsten Camp abgeschleppt wurden. Auftritt kompetenter Mechaniker, der nach kurzer Inspektion nicht nur den Fehler an einer Treibstoffleitung zwischen Diesenpumpe und Zylinder findet, sondern auch ein passendes Ersatzteil. Statt Wanderung und Fotos also Ausbau, Einbau, Startversuche, endlich Weiterfahrt nach Omaruru (da ist vor lauter Aufregung der Tracker ausgestiegen). Unterwegs das komische Gefühl, dass es noch immer ziemlich nach Diesel riecht. Und der Wagen ziemlich viel verbraucht. Und beim Überholen deutlich weniger Leistung bringt als üblich. Bei Ankunft dann Gewissheit: Es gibt noch immer ein massives Dieselleck, es tropft geradezu aus dem Motorraum. Und der Wagen springt nicht mehr an. Mit großem Glück trotz Feiertag bei Casper’s Car Repair Centre Hilfe gefunden. Alles gereinigt und gespült, Leitungen und Filter getauscht. Auto ist fahrfähig. Morgen Windhoek.

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