Gerade sind wir im Norden Zimbabwes, in der Mavuradonha Wilderness Area. Eigentlich war das als Berg- und Wanderetappe geplant, das wird aber hintertrieben durch ein seit Chinhoyi schmerzhaft dysfunktionales Sprunggelenk. Landschaftlich beeindruckend ist es hier trotzdem.

Wir schlafen in der Small World Eco Lodge, und das ist ein Abenteuer für sich, beginnend damit, dass das Arrangement eine Art invertiertes Camping ist: Während man beim Camping mehr oder minder unter freiem Himmel schläft und für alle Badezimmerverrichtungen Gebäude aufsucht, schläft man hier in sehr hübschen und funktionalen Gebäuden, und die Badezimmerverrichtungen sind mehr so open air. Immerhin ist es nachts draußen nicht mehr so arschkalt wie in Chinhoyi oder Harare.

Dann sind die Leute, die diesen Beherbergungsbetrieb organisieren, zwar sehr nett, aber nicht so recht auf Gäste eingestellt. Der Gemeinschaftsküche fehlt die Spüle, der Herd ist eine Feuerstelle. Feuerholz muss gehackt werden und kostet extra, fair enough. Irgendwo in einem Nebengebäude gibt es noch einen zweiflammigen Gasbrenner, den kann man auch nutzen, Gas kostet aber extra. Wäscheservice kostet extra, was völlig normal ist – aber man kann ihn nur in Anspruch nehmen, wenn man eigenes Waschmittel mitbringt. Handyempfang gibt es nicht, und Starlink ist gerade kaputt. Immerhin gibt es verhältnismäßig zuverlässig Strom. Die öffentlichen Waschräume hinter der Rezeption sind allerdings wohl schon länger nicht mehr von Menschen betreten worden, offenbar aus Gründen.

Eine Plage ganz eigener Kategorie sind die allgegenwärtigen Affen. Lebensmittel kann man keinen Augenblick unbeaufsichtigt lassen, und bei teurem oder wichtigem Bling-Bling (Portemonnaie, Handy, Kamera, Autoschlüssel) empfiehlt es sich auch nicht. Koordinierte Angriffe auf voll besetzte Tische kommen vor, gleichfalls Einbrüche in die leider nicht sonderlich affendichten Unterkünfte: Zwischen Wand und Strohdach finden sich Spalten, da können Fenster und Tür dreimal verschlossen und verriegelt sein.

Zum Glück wurden wir in den ersten Tagen unserer Reise vor Campingplatzaffen gewarnt und haben in Kapstadt günstig eine Steinschleuder zur Distanzverteidigung erstanden. Die ist dann vier Monate im Kofferraum auf Allradstrecken durchgerüttelt worden und hat pünktlich drei Tage vor dem Ersteinsatz aus Verschleißgründen aufgegeben. Narf. Ersatzweiser Einsatz von Pfefferspray hat bereits zu Kollateralschäden unter Mitreisenden geführt, auch nicht gut.

Aber die Gegend sieht wirklich toll aus, und die Lagerfeuerabende werden allseits genossen.