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Erlebnisse aus Deutschland und der großen, weiten Welt
Wo und was ist Tengenenge? Wikipedia kennt es, Google Maps nicht (tbd). Alte Reiseführer verweisen auf das Künstler*innendorf, in neueren fehlt es. Aktuelle Berichte zeichnen ein gemischtes Bild, irgendwie spielt da wohl die simbabwische Nationalgalerie mit, aber nichts genaues. Also fahren wir hin, eigener Eindruck und so.
Die Anfahrt ist einfach. Kurz vor dem Künstler*innendorf graben lokale Kräfte für chinesische Konzerne nach Chrom, es gibt eine sehr LKW-kompatible Piste. Am großen Beladungsparkplatz vorbei, durch das Minendorf, zweite links, immer den reichlich verblichenen Wegweisern nach. Wieder mal ein Ziel, das die besten Tage hinter sich hat?
Der Parkplatz wirkt noch so. Anfahrt durch reihenweise Skulpturen rechts und links, dann ein etwas schiefes Schild „Parking“, ein paar halbverfallene Parkbuchten. Dann tauchen Menschen auf. Stellen sich vor, fragen nach woher und wohin, zeigen, erklären, führen vor. Begleiten durch den Skulpturenpark, wo Künstler*innen über Künstler*innen ihre Werke aus dem lokalen Serpentit und Spring Stone ausstellen, erklären, erläutern, scherzen. Berichten, wer hier wohnt, wer nebenbei in der Mine arbeitet, wer eigentlich schon in der Hauptstadt sitzt und nur noch gelegentlich vorbeikommt. Welche Ausstellungsflächen wem gehören, wer noch lebt und bei wem nur noch die Familie hofft, dass sich Sammler*innen für den Nachlass interessieren.
Danke, Percy Kuta, für den Einblick in diese Welt.










Lake Safari Lodge, ja, was schreibt man über die Lake Safari Lodge?
Man kann über die wunderschöne Riviera am Ufer des Kariba-Sees schreiben, die geräumigen Zimmer und die Panoramafenster erwähnen, das abendliche Lichterschauspiel der Fischerboote, die Poollandschaften und vor allem das stets freundliche, zuvorkommende und beflissene Personal. Man könnte über die ebenso zarten wie saftigen Filetsteaks schreiben, über die auf den Punkt gegarten Karibasee-Brassen und die sieben warmen Gerichte zzgl. frisch zubereiteter Omelettes am Frühstücksbuffet. Das wäre die Hymne, und sie wäre nicht falsch.

Man kann auch anmerken, das die Möbel mitunter etwas abgestoßen sind, die Sanitäreinrichtungen mal leck und mal verkalkt, dass die Hälfte der Gerichte auf der Karte weder verfügbar noch den Kellnern auch nur bekannt ist, dass man stundenlang aufs Essen warten muss und dann die Pommes zu kurz und die Garnelen zu lang frittiert sind. Wenn man Friedich Merz heißt, wird einem auch auffallen, dass es zum Frühstück zwar drei Sorten Brot gibt, aber weder Käse noch Aufschnitt. Die Fischerboote knattern und stinken und der ganze See wimmelt nur so von Krokodilen. Außerdem findet der Sonnenuntergang in der falschen Himmelsrichtung statt, um richtig spektakulär zu sein. Das wäre der Verriss, und er wäre auch nicht falsch.

Das Bindeglied ist vermutlich, die Geschichte als Tragödie zu sehen. Das Restaurant mit 150-200 Plätzen, von denen nicht einmal ein Zehntel besetzt sind. Die leeren Liegen am Pool. Die verwaiste Bar, deren gelangweilter Barkeeper jetzt vermutlich arbeitslos ist, obwohl noch fünf Sorten Importbier und alle wichtigen Spirituosen im Keller liegen. Die lange Reihe von Zimmern mit Panoramafenstern und -türen, vor denen nur drei Paar Schuhe stehen. Einen Ort, der nicht (mehr) genug einspielt, um den Luxus zu bieten, der das wirklich solvente Publikum anzieht, aber Betriebskosten hat, die eine Preisgestaltung auf Backpacker-Niveau verbieten. Es bleibt die lokale Mittelschicht, und die ist (zu) dünn.

Um die 100 US$ pro Zimmer pro Nacht, je nach Belegung (zwei Kingsize-Betten, wenn sie einander mögen, passen mindestens vier Leute rein).
Da sucht und plant man und findet schließlich eine ebenso günstige wie komfortable Unterkunft am Lake Kariba, in der nur niemand ans Telefon geht. Also fährt man einfach hin, die werden ja wohl Zimmer frei haben, bisher wars noch nirgends ausgebucht.
Well.

Wir sind dann ad hoc in der Lake Safari Lodge noch recht komfortabel, wenn auch dreimal so teuer untergekommen.
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