

Erlebnisse aus Deutschland und der großen, weiten Welt

Wir schlafen hier in Chinoyi in einem Haus, das auf den schönen Namen „New Life and Covenant Holidays“ hört. However. Jedenfalls gibt es einen Außenbereich mit Feuerstelle. Die Nächte sind hier tatsächlich ziemlich frisch, deshalb wollten wir die nutzen.
Wir sind in Namibia Kilometer über Kilometer an Leuten vorbeigefahren, die Feuerholz verkauften. Es gab Feuerholz in Supermärkten.
Wir sind in Botswana Kilometer über Kilometer an Leuten vorbeigefahren, die Feuerholz verkauften. Es gab manchmal Feuerholz in Supermärkten.
Wir sind in Sambia Kilometer um Kilometer an Leuten vorbeigefahren, die Holzkohle verkauften. Feuerholz in Supermärkten gab es eher sporadisch.
Wir haben hier nach Feuerholz gefragt, sind von der Unterkunft zum Markt, vom Markt zur Busstation, von der Busstation zum nächsten Markt gefahren und haben schließlich auf einem Speditionsparkplatz für 3 US$ eine Abfallpalette gekauft. Warm und offenbar sehr kindertauglich.
Weite Teile der Strecke auf dem „Highway“ Chirundu-Harare. Hohe LKW-Dichte, wenig Überholmöglichkeiten, schlechte Straße. Mehr oder minder 200 km in dritten Gang, mit eingestreuten Adrenalinkicks bei Überholversuchen.
Das war nicht vergnügungssteuerpflichtig heute. Erst mussten wir in Sambia einen Interpol-Mitarbeiter bestechen, um mit unserem Wagen überhaupt aus dem Land rauszukommen, dann haben wir auf der simbabwischen Seite der Grenze auch noch ewig rumgehangen. Im weiteren Verlauf des Tages zwei dysfunktionale SIM-Karten erworben und einen 100-Dollar-Schein, den wegen eines Mikrorisses niemand annehmen will, aus dem Automaten gezogen.
Und dann war unsere Unterkunft weg. Irgendein blöder Prozess bei booking.com hat ein Storno für die morgige Buchung ausgelöst, unser Vermieter daraufhin An- und Abreisedatum verwechselt und statt morgen irgendjemandes heute unsere Übernachtungsgelegenheit weitergereicht. Glücklicherweise in der Nachbarschaft zu ähnlichem Preis ein Ausweichquartier gekriegt, aber langsam könnte auch mal wieder was klappen.

Lake Safari Lodge, ja, was schreibt man über die Lake Safari Lodge?
Man kann über die wunderschöne Riviera am Ufer des Kariba-Sees schreiben, die geräumigen Zimmer und die Panoramafenster erwähnen, das abendliche Lichterschauspiel der Fischerboote, die Poollandschaften und vor allem das stets freundliche, zuvorkommende und beflissene Personal. Man könnte über die ebenso zarten wie saftigen Filetsteaks schreiben, über die auf den Punkt gegarten Karibasee-Brassen und die sieben warmen Gerichte zzgl. frisch zubereiteter Omelettes am Frühstücksbuffet. Das wäre die Hymne, und sie wäre nicht falsch.

Man kann auch anmerken, das die Möbel mitunter etwas abgestoßen sind, die Sanitäreinrichtungen mal leck und mal verkalkt, dass die Hälfte der Gerichte auf der Karte weder verfügbar noch den Kellnern auch nur bekannt ist, dass man stundenlang aufs Essen warten muss und dann die Pommes zu kurz und die Garnelen zu lang frittiert sind. Wenn man Friedich Merz heißt, wird einem auch auffallen, dass es zum Frühstück zwar drei Sorten Brot gibt, aber weder Käse noch Aufschnitt. Die Fischerboote knattern und stinken und der ganze See wimmelt nur so von Krokodilen. Außerdem findet der Sonnenuntergang in der falschen Himmelsrichtung statt, um richtig spektakulär zu sein. Das wäre der Verriss, und er wäre auch nicht falsch.

Das Bindeglied ist vermutlich, die Geschichte als Tragödie zu sehen. Das Restaurant mit 150-200 Plätzen, von denen nicht einmal ein Zehntel besetzt sind. Die leeren Liegen am Pool. Die verwaiste Bar, deren gelangweilter Barkeeper jetzt vermutlich arbeitslos ist, obwohl noch fünf Sorten Importbier und alle wichtigen Spirituosen im Keller liegen. Die lange Reihe von Zimmern mit Panoramafenstern und -türen, vor denen nur drei Paar Schuhe stehen. Einen Ort, der nicht (mehr) genug einspielt, um den Luxus zu bieten, der das wirklich solvente Publikum anzieht, aber Betriebskosten hat, die eine Preisgestaltung auf Backpacker-Niveau verbieten. Es bleibt die lokale Mittelschicht, und die ist (zu) dünn.

Um die 100 US$ pro Zimmer pro Nacht, je nach Belegung (zwei Kingsize-Betten, wenn sie einander mögen, passen mindestens vier Leute rein).
Da sucht und plant man und findet schließlich eine ebenso günstige wie komfortable Unterkunft am Lake Kariba, in der nur niemand ans Telefon geht. Also fährt man einfach hin, die werden ja wohl Zimmer frei haben, bisher wars noch nirgends ausgebucht.
Well.

Wir sind dann ad hoc in der Lake Safari Lodge noch recht komfortabel, wenn auch dreimal so teuer untergekommen.
Auf dem Weg nach Siavonga im Chirundu Petrified Forest angehalten.







Das Kind wünschte Campingtage, das Kind kriegt Campingtage. Das Kind ist unzufrieden mit der WLAN- und Filmsituation auf dem Campingplatz.
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